6. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C

15.02.2004



Einleitung in die Eucharistiefeier

Christlich zu leben gehört zu dem Widersprüchlichsten das es gibt.
Christen erleben die gleichen Gesetze, die die Welt regieren: das Recht des Stärkeren, den Grundsatz, dass einem das Hemd näher ist als der Rock, die Ungerechtigkeit des Leids, das auch Unschuld trifft und die Unverständlichkeit von Schicksalen.
Zu all dem steht der Glaube in Spannung, oft sogar im Gegensatz. Im Reich Gottes sein es anders, lehrt Jesus unermüdlich: den Hungernden werde das Brot gehören, den Ausgestoßenen die Gemeinschaft, den Armen die Fülle des Gottes Reiches.
Es fällt uns schwer, dieses Reich Gottes zu erkennen und seine Gesetze für uns gelten zu lassen. Damit uns dies gelingt, kommen wir hier zusammen, um von diesem Reich zu hören
und um uns von seiner Botschaft die Hoffnung stärken zu lasen für unseren Alltag....

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas (Lk 6,17.20-26 )

Er richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.
Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen.
Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.
Aber weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten.
Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen.
Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.
Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen.
Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln.
Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd.
Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück.
Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.
Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden.
Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder.
Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen.
Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.
Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!

Predigt/Ansprache

Was wir eben gehört haben ist zweifellos keine leicht verdauliche Kost. Das fordert uns heraus;
es führt uns nämlich in die Mitte der Verkündigung.
Und der Herr legt hier die Messlatte für seine Nachfolge hoch, sehr hoch. Jesus richtet seine Augen auf seine Jünger, das heißt: er schaut sie sich genau an.
Jünger - das sind nicht die anderen, die besonderen, das sind wir alle. ER richtet seine Augen auf uns. Das ist eine eigenartige Sache. Möchten Sie wirklich, so wie Sie jetzt verfasst sind, diesem Jesus Auge im Auge gegenüberstehen? Kann man einem Blick so voller Güte und kann man zugleich den Liebe fordernden Blick aushalten? Ich weiß nicht so recht!
Und dann dringen an unser Ohr Worte von einer merkwürdigen Seligkeit. Bedenken Sie, wer damals vor Jesus stand: Menschen in ihrer Armseligkeit, in ihrer Bedürftigkeit, in ihrer Not und Trauer. Jesus war gleichsam ihr Hoffnungsträger und sie fragen sich: kann ER und wird ER uns wirklich verstehen? Kann ER und wird ER uns helfen?
Jesus schaute sie an und - was wohl die meisten am wenigsten erwartet haben - ER gratuliert ihnen. ER preist sie glücklich, selig, die Armen, die Hungernden, die Weinenden, die überall Ausgestossenen. Das ist nicht nur originell, das ist provozierend und schockierend.
Was soll an Armut und Hunger dermaßen erstrebenswert sein? Wäre es nicht sinnvoller, die Ärmel hochzukrempeln und etwas gegen Armut und Hunger in der Welt zu tun?
Es wäre gewiss ein löbliches Vorhaben; doch rasch wären wir unserer Ohnmacht ausgesetzt.
Das sozialistische Experiment, die Idee von der gleichen Verteilung der Güter, ist an den inneren Widersprüchen weitgehend gescheitert.
Was die Trauer angeht - steht zu ihrer Bekämpfung und Bewältigung nicht eine ganze Vergnügungsindustrie zur Verfügung? Und haben wir für ihre schlimmste Form, die Depression, nicht wirksame Medikamente, Psychopharmaka in Hülle und Fülle erfunden?
Dennoch, wer aufmerksam um sich schaut, wird in viele traurige Gesichter blicken Tag für Tag.
Diesen Menschen sagt Jesus Anteil am Reich Gottes zu, und zwar nicht erst für später,
sondern schon für hier und jetzt. Billige Vertröstung ist das nicht. Die Gratulation, die Seligpreisung aus der Botschaft Jesu kann zu einer ungeheuren Kraft werden. Sie lässt den Menschen auch das Schwere seines Lebens annehmen und durchtragen.
Wer glaubt denn im Ernst, vom Schweren verschont zu bleiben? Diese Kraft löst ihn aus Verkrampftheit und Verbitterung. Wer glaubt denn wirklich noch daran, dass auf seinem Lebensweg immer nur Rosen blühen?
Diese Verheißung lässt ihn nicht in Resignation fallen oder in Hoffnungslosigkeit. Und wer glaubt schon, aus eigener Kraft endloses Glück schaffen zu können?
Die Seligpreisungen des Herrn sind kein Aufruf, sich selbstquälerisch zu vergraben in Armut,
in Hunger, in Tränen, in Selbstisolierung. Sie sind alles andere als eine Entschuldigung,
wenn wir unsere Augen verschließen vor der Not, vor dem Leid und der Trauer der Mitmenschen und sie einfach Außen vor lassen. Sie sind alles andere als ein Freibrief, sich mit einer Welt abzufinden, wie sie ist.
Gott will nicht die Armut der Armen, den Hunger der Hungernden, er will auch nicht die Tränen der Weinenden und den Ausschluss aus der Gemeinschaft.
Deswegen sind die Glückwünsche des Herrn ein Aufruf an uns, den Glauben an die lösende und erlösende Macht unseres Gottes nicht zu verlieren, wann immer uns das Leid in seiner vielfachen Form trifft. Sie sind Aufruf, alles einzusetzen, um Armut, Hunger und Trauer nach besten Kräften zu mildern.
Deswegen stimmt Jesus mit dem Wehe die Totenklage an über jene, die ihr Leben verfehlen,
weil sie sich begnügen mit dem, was da ist und die Sehnsucht nach der Gabe Gottes verloren haben; die lachen, nicht weil sie einen berechtigten Grund zur Freude haben, sondern weil sie andere ausgetrickst haben, weil sie auf Kosten der anderen leben.
Darum geht es in unserem christlichen Dasein, das ist die Herzmitte der Botschaft Jesu:
schon jetzt durch unsere Liebe und Güte ein wenig vom Reich Gottes in diese verrückte Welt
einfließen zu lassen; den Menschen das Selig Gottes nicht nur zuzurufen, sonWas wir eben gehört haben ist zweifellos keine leicht verdauliche Kost. Das fordert uns heraus;
es führt uns nämlich in die Mitte der Verkündigung.
Und der Herr legt hier die Messlatte für seine Nachfolge hoch, sehr hoch. Jesus richtet seine Augen auf seine Jünger, das heißt: er schaut sie sich genau an.
Jünger - das sind nicht die anderen, die besonderen, das sind wir alle. ER richtet seine Augen auf uns. Das ist eine eigenartige Sache. Möchten Sie wirklich, so wie Sie jetzt verfasst sind, diesem Jesus Auge im Auge gegenüberstehen? Kann man einem Blick so voller Güte und kann man zugleich den Liebe fordernden Blick aushalten? Ich weiß nicht so recht!
Und dann dringen an unser Ohr Worte von einer merkwürdigen Seligkeit. Bedenken Sie, wer damals vor Jesus stand: Menschen in ihrer Armseligkeit, in ihrer Bedürftigkeit, in ihrer Not und Trauer. Jesus war gleichsam ihr Hoffnungsträger und sie fragen sich: kann ER und wird ER uns wirklich verstehen? Kann ER und wird ER uns helfen?
Jesus schaute sie an und - was wohl die meisten am wenigsten erwartet haben - ER gratuliert ihnen. ER preist sie glücklich, selig, die Armen, die Hungernden, die Weinenden, die überall Ausgestossenen. Das ist nicht nur originell, das ist provozierend und schockierend.
Was soll an Armut und Hunger dermaßen erstrebenswert sein? Wäre es nicht sinnvoller, die Ärmel hochzukrempeln und etwas gegen Armut und Hunger in der Welt zu tun?
Es wäre gewiss ein löbliches Vorhaben; doch rasch wären wir unserer Ohnmacht ausgesetzt.
Das sozialistische Experiment, die Idee von der gleichen Verteilung der Güter, ist an den inneren Widersprüchen weitgehend gescheitert.
Was die Trauer angeht - steht zu ihrer Bekämpfung und Bewältigung nicht eine ganze Vergnügungsindustrie zur Verfügung? Und haben wir für ihre schlimmste Form, die Depression, nicht wirksame Medikamente, Psychopharmaka in Hülle und Fülle erfunden?
Dennoch, wer aufmerksam um sich schaut, wird in viele traurige Gesichter blicken Tag für Tag.
Diesen Menschen sagt Jesus Anteil am Reich Gottes zu, und zwar nicht erst für später,
sondern schon für hier und jetzt. Billige Vertröstung ist das nicht. Die Gratulation, die Seligpreisung aus der Botschaft Jesu kann zu einer ungeheuren Kraft werden. Sie lässt den Menschen auch das Schwere seines Lebens annehmen und durchtragen.
Wer glaubt denn im Ernst, vom Schweren verschont zu bleiben? Diese Kraft löst ihn aus Verkrampftheit und Verbitterung. Wer glaubt denn wirklich noch daran, dass auf seinem Lebensweg immer nur Rosen blühen?
Diese Verheißung lässt ihn nicht in Resignation fallen oder in Hoffnungslosigkeit. Und wer glaubt schon, aus eigener Kraft endloses Glück schaffen zu können?
Die Seligpreisungen des Herrn sind kein Aufruf, sich selbstquälerisch zu vergraben in Armut,
in Hunger, in Tränen, in Selbstisolierung. Sie sind alles andere als eine Entschuldigung,
wenn wir unsere Augen verschließen vor der Not, vor dem Leid und der Trauer der Mitmenschen und sie einfach Außen vor lassen. Sie sind alles andere als ein Freibrief, sich mit einer Welt abzufinden, wie sie ist.
Gott will nicht die Armut der Armen, den Hunger der Hungernden, er will auch nicht die Tränen der Weinenden und den Ausschluss aus der Gemeinschaft.
Deswegen sind die Glückwünsche des Herrn ein Aufruf an uns, den Glauben an die lösende und erlösende Macht unseres Gottes nicht zu verlieren, wann immer uns das Leid in seiner vielfachen Form trifft. Sie sind Aufruf, alles einzusetzen, um Armut, Hunger und Trauer nach besten Kräften zu mildern.
Deswegen stimmt Jesus mit dem Wehe die Totenklage an über jene, die ihr Leben verfehlen,
weil sie sich begnügen mit dem, was da ist und die Sehnsucht nach der Gabe Gottes verloren haben; die lachen, nicht weil sie einen berechtigten Grund zur Freude haben, sondern weil sie andere ausgetrickst haben, weil sie auf Kosten der anderen leben.
Darum geht es in unserem christlichen Dasein, das ist die Herzmitte der Botschaft Jesu:
schon jetzt durch unsere Liebe und Güte ein wenig vom Reich Gottes in diese verrückte Welt
einfließen zu lassen; den Menschen das Selig Gottes nicht nur zuzurufen, sondern ihnen schon jetzt einen Hauch davon zu schenken.
Selig sind wir, wann immer wir die Kraft finden in der Liebe Christi, das Los der Menschen mit zutragen und zu teilen...
dern ihnen schon jetzt einen Hauch davon zu schenken.
Selig sind wir, wann immer wir die Kraft finden in der Liebe Christi, das Los der Menschen mit zutragen und zu teilen...

Pater Gottfried Eigner OSA, Pfarrer von St. Michael

Fürbitten

Im Vertrauen auf den Herrn, der kam und Not linderte und die Fülle des Reiches Gottes zusagte, bitten wir:

* für die Armen,
die nichts Großen von ihrem Leben erwarten,
weil sie sich in allem schwach und unterlegen fühlen...

Christus, höre uns ... Christus, erhöre uns ...

* für die Hungernden:
für die Menschen, denen die Natur das tägliche Brot versagt, und für jene, denen menschliche Eigensucht das Lebensnotwendige raubt.

* für die Weinenden:
für die Menschen, deren Hoffnungen zerbrochen sind, deren Leben aus den Fugen geraten ist, für die im Stich Gelassenen und die Vergessenen...

* für alle, die abgelehnt und aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden:
für solche, die durch eigene Schuld
oder durch äußere Umstände aus der Bahn geraten sind,
für alle, die sich nicht wehren können und ausgenützt werden...

* für alle, die um ihren Glaubens und ihrer Überzeugung willen
belächelt oder sogar angegriffen werden...

Herr, du selbst bist unsere Hilfe und unser Trost. Dir sei Ehre und Lobpreis jetzt und in der Ewigkeit. Amen