Gemeindebrief
Zum Jahresthema: Rituale – ein roter Faden in deinem Leben?
„Ein Ritual ist eine nach vorgegebenen Regeln ablaufende, meist formelle und oft feierlich-festliche Handlung mit hohem Symbolgehalt. Sie wird häufig von bestimmten Wortformeln und festgelegten Gesten begleitet und kann religiöser oder weltlicher Art sein z. B. Gottesdienst, Begrüßung, Hochzeit, Begräbnis, Aufnahmefeier usw.“ (Wikipedia)
Ohne Rituale kommen wir auch im Alltag nicht zurecht. Rituale können aber schnell blass werden, gedankenlose Gewohnheiten, leere Gesten, hohle Worte. Von Zeit zu Zeit muss man sich seiner Rituale bewusst werden und sich auf ihre Bedeutung besinnen.
Das wollen wir in diesem Jahr verstärkt tun. Ein solches Ritual ist der Besuch des Sonntagsgottesdienstes. Ohne die Gemeinde leibhaftig zu erleben, zu sehen, zu hören, zu spüren, zu sprechen, wird unser Glaube fad und blass und schwach. Auch wenn nicht jeder einzelne Gottesdienst ein gefühlsmäßiger Höhepunkt und nicht jede Predigt eine Offenbarung sein kann, ist die gute Gewohnheit, am Sonntag einfach dabei zu sein, außerordentlich hilfreich und in einem tiefen Sinn befriedigend.
Wir wollen uns darum bald einmal, im Rahmen einer liturgischen Nacht, unserer Haltungen im Gottesdienst bewusst werden. Wir werden das Thema „Rituale“ im Laufe des Jahres immer wieder aufgreifen und bitten die Gruppierungen in der Gemeinde, sich diesem Impuls anzuschließen.
So wird es wahrscheinlich im Herbst einen „Ehepaarsonntag“ geben, an dem Paare ihre langjährige Verbundenheit, vielleicht sogar gemeinsam ihre Ehejubiläen feiern können. Gedacht ist an einen speziellen Gottesdienst und an ein anschließendes fröhliches Fest im Gemeindehaus.
Insbesondere in Zeiten der Trauer haben Rituale immer schon eine ganz wichtige Rolle gespielt. Wir haben heute kein „Sechswochenamt“ mehr und tragen in der Regel keine schwarzen Kleider nach dem Verlust eines lieben Menschen. Vielleicht fällt uns etwas Neues dazu ein, wenn wir uns im Herbst damit beschäftigen.
Rituale können wirklich ein roter Faden sein in unserem Leben, an dem entlang wir unsern Weg finden. Johann Wolfgang von Goethe sagt in den Wahlverwandschaften: „Sämtliche Taue der königlichen Flotte sind dergestalt gesponnen, dass ein roter Faden durch das Ganze durchgeht, den man nicht herauswinden kann, ohne alles aufzulösen, und woran auch die kleinsten Stücke kenntlich sind, dass sie der Krone gehören.“ Der rote Faden in unserm Leben zeigt an, zu wem wir gehören.
Für den Pastoralausschuss: Beate Egger, Rudolf Fiege, Barbara Gamber, Beate und Reinhard Lange, Sr. Luise, Birgit und Wolfgang Pfalzer, Matthias Ruf, Ima und Johannes Treiber
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